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Handelsblatt Jahrestagung „Betriebliche Altersversorgung 2017“

News   •   Apr 10, 2017 10:34 CEST

Bild: Euroforum

Letzte Woche trafen sich die deutschen bAV-Experten zu ihrer jährlichen Fachtagung. Drei Tage lang diskutierten bAV-Anbieter, Großunternehmen und politische Vertreter auf der Handelsblatt Jahrestagung „Betriebliche Altersversorgung 2017“ in Berlin über die aktuellen Entwicklungen. Im Vordergrund standen in erster Linie die Reformüberlegungen der Bundesregierung, d. h. das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das noch in diesem Jahr verabschiedet werden soll.

Über dieses Gesetzesvorhaben haben wir bereits berichtet. Die Diskussion auf der Fachtagung hat erneut gezeigt, dass der Erfolg des Gesetzes letztlich davon abhängt, dass die Beteiligten die neuen Möglichkeiten, insbesondere das Sozialpartnermodell, annehmen. Außerdem muss es den Arbeitgebern gelingen, ihren Arbeitnehmern die neuen und alten bAV-Modelle verständlich zu kommunizieren. Nur wenn die Arbeitnehmer die Angebote nutzen, kann das Ziel des Gesetzes erreicht werden, die Kürzungen in der ersten Säule, der gesetzlichen Rentenversicherung, durch bAV-Ansprüche abzufangen. Insbesondere soll auch für Niedrigverdiener ein Anreiz geschaffen werden, bAV- Angebote zur Entgeltumwandlung zu nutzen.

Im Fokus: Digitalisierung der bAV

Erstmalig ging es in diesem Jahr aber nicht nur um politische Themen, konkrete Gesetzesvorhaben und Praxisbeispiele aus Unternehmen bei der Umsetzung der bAV. Der dritte Veranstaltungstag stand im Zeichen der Digitalisierung. Führende Anbieter von bAV-Softwaresystemen präsentierten ihre Lösungen und zeigten auf, welchen Beitrag die Digitalisierung der bAV zur Verbreitung der betrieblichen Altersvorsorge leisten kann.

„Digitalisierung ist heute noch viel zu oft darauf reduziert, Endkunden mit Altersvorsorgeprodukten über ‎das Web zu erreichen“, skizzierte Gisbert Schadek, Vorstand der Entgelt und Rente AG, die aktuelle Situation. Er hielt einen Vortrag über „Digitale bAV-Verwaltung in der Cloud“ und ist überzeugt: „Digitalisierung wird erst dann erfolgreich, wenn es Standardprogramme und -methoden gibt, mit denen sich unterschiedliche, produktunabhängige Prozesse kostengünstig auch für kleine Arbeitgeber umsetzen lassen.“

Am dritten Veranstaltungstag wurde insgesamt deutlich, dass die in den ersten Kongresstagen geforderte Transparenz und Vereinfachung nicht von der Politik erwartet werden sollte. Über intelligente IT-Lösungen können Arbeitgeber bereits jetzt von der Komplexität der bAV, die durch die neuen Überlegungen nicht aufgelöst, sondern noch erhöht wird, befreit werden. Der Arbeitgeber kann über diese Lösungen zum einen die eigenen Verwaltungsprozesse vereinfachen und die Effektivität seiner Angebote verbessern. Zum anderen erreicht er seine Mitarbeiter über Apps, einfache Rentenrechner und eine animierte Darstellung seiner bAV-Angebote besser als bisher auf dem analogen Weg (Broschüren und komplexe Rentenbescheide). Beratungsaufwand entfällt, da das Know-how nicht mehr in der Personalabteilung vorgehalten werden muss, sondern vom IT-Programm geliefert wird. Diese Lösungen stehen dabei nicht nur Großkonzernen zur Verfügung, sondern sind auch für mittelständische Unternehmen erschwinglich. Sie erleichtern dem Arbeitgeber auch die Einführung eines bAV-Modells.

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