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Rente – quo vadis?

News   •   Jul 16, 2018 09:29 CEST

Bild: pixabay

Die Deutschen werden immer älter. Das stellt das Rentensystem vor große Herausforderungen. Wie wird die Rente in Zukunft finanziert? Die Politik ist gefragt, rechtzeitig die Weichen zu stellen.

Die Gesellschaft altert. Es gibt immer mehr Senioren und immer weniger junge Arbeitnehmer. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Finanzierung der Renten. 2040 kommen durch die Überalterung der Gesellschaft Mehrausgaben in Höhe von bis zu 100 Milliarden Euro auf den Bundeshaushalt zu. Das bisherige System kann die steigende Zahl der Senioren bzw. Renten nicht auffangen ohne erhebliche Änderungen vorzunehmen. Um die Rente auch in Zukunft finanzieren zu können, wünschen sich viele Experten, darunter auch der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), eine Anhebung der Lebensarbeitszeit von jetzt 67 Jahren auf 69 Jahre. Das sei bitter nötig, denn auch die Bezugsdauer der Rente hat sich deutlich verlängert. Wurde noch 1960 10 Jahre lang Rente bezogen, sind es heute im Schnitt 20 Jahre. Das Problem zählt sozusagen doppelt – mehr Rentner, die länger Rente beziehen. Und die Lebenserwartung wird laut Experten weiter zunehmen. Das Problem wird sich nicht von selbst lösen. Die Politik muss handeln.

Im Alter aktiv und gefragt bleiben

Unabhängig von der notwendigen Anhebung der Lebensarbeitszeit gehen Zukunftsforscher davon aus, dass ältere Menschen durch die bessere Lebensqualität auch von sich aus länger arbeiten möchten. Etwa aus finanziellen Gründen aber auch, weil sie weiterhin aktiv sein möchten. Hierauf muss sich die Lage am Arbeitsmarkt ebenfalls einstellen und entsprechende Stellen zur Verfügung stellen. Der flexible Renteneintritt spielt dabei eine zentrale Rolle. Bereits jetzt werden die Möglichkeiten, flexibel in den Ruhestand zu starten – Stichwort Flexirente, rege genutzt. In Zukunft wird dieser Aspekt der individuellen Ruhestandsplanung noch wichtiger werden. Denkbar ist es, die Zeit zwischen 60 und 80 Jahren flexibel zu gestalten und individuell seinen Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu planen.

Wenn die Gesundheit nicht mitspielt…

Die Zukunftsszenarien setzen natürlich immer voraus, dass Senioren weiterarbeiten möchten und körperlich dazu in der Lage sind. Wer die gesetzliche Regelaltersgrenze erreicht hat, unterliegt keiner Auflage bezüglich der Arbeitszeit. Egal wie viel dann noch gearbeitet wird, die Rente wird dadurch nur noch verbessert. Wer aber krank ist oder nicht mehr arbeiten möchte, für den sollen ebenfalls Konzepte zur Verfügung stehen, die ihn auffangen und einen finanziell gesicherten Lebensabend ermöglichen. Altersarmut, da sind sich die Experten sicher, soll auf alle Fälle vermieden werden.

Private Vorsorge ist auch in Zukunft Trumpf

Auch heute schon predigen Finanzexperten, wie wichtig es ist, privat fürs Alter vorzusorgen. Wer eine private Altersvorsorge oder eine betriebliche Altersversorgung mit seinem Arbeitgeber abschließt, der kann entspannter dem Ruhestand entgegenblicken und im Alter den gewohnten Lebensstandard halten. Das Prinzip des Drei-Säulen-Modells – dabei ruht die eigene Vorsorge neben der gesetzlichen Rente auch auf privater und beruflicher Altersvorsorge – wird sich auch in Zukunft bewähren und nimmt gleichzeitig den alleinigen Schwerpunkt von der gesetzlichen Rente.

Vorschläge der Rentenkommission

Aktuell wurde die Rentenkommission „Verlässlicher Generationenvertrag“ damit beauftragt, bis 2020 Ideen und Konzept zu entwickeln, wie die Rente ab 2030 gestaltet werden könnte. Es bleibt abzuwarten, welche hier umrissenen Aspekte in welcher Form dabei Berücksichtigung finden und wie der Ruhestand im Jahr 2035 tatsächlich aussehen wird.

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