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Bild: pixabay
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Rentnerinnen im Nachteil

Wenn es um Ungleichheit bei der Rente geht, denken die Meisten gleich an die unterschiedlichen Ost- und Westrenten in Deutschland. Doch dies ist nicht die einzige Ungerechtigkeit: Rentnerinnen bekommen nur die Hälfte der Rente, die Rentnern zusteht. Im OECD-Vergleich bildet Deutschland damit das Schlusslicht.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (englisch: Organisation for Economic Co-operation and Development, OECD) hat eine Studie zur Geschlechtergerechtigkeit vorgestellt. Betrachtet man Deutschland, klafft eine große Lücke zwischen den Renten von weiblichen Beziehern und männlichen Beziehern. Männer erhalten in Deutschland ab 65 Jahren 45,7 Prozent mehr Rente – inklusive Pension und Einkünften aus privater Vorsorge – als Frauen im gleichen Alter. In keinem anderen OECD-Land fällt der Unterschied größer aus.

Status der Rentnerin im OECD-Vergleich

Auch in anderen Ländern ist der Unterschied zwischen Rentnerinnen und Rentner groß – jedoch in keinem Land so groß wie in Deutschland. In den Niederlanden erhalten Rentner 42,04 Prozent mehr als Rentnerinnen, in Luxemburg liegt der Unterschied immerhin noch bei 39,35 Prozent. Doch es geht auch anders. In Estland zum Beispiel liegen die Rentnerinnen fast gleich auf, hier erhalten sie nur rund 3 Prozent weniger als Rentner. In der Slowakei lag der Unterschied zum Zeitpunkt der Erhebung bei 7,2 Prozent.

Frauen sind bei der Rente doppelt im Nachteil

Für die Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Rentenbezügen haben die Studienautoren verschiedene Erklärungen. Zum einen spiegeln sich in den jetzigen Renteneinkünften die Rollenverteilung der vergangenen Jahrzehnte wider. In den älteren Generationen haben Frauen früh Kinder bekommen und dadurch insgesamt kürzer gearbeitet. Zum anderen spielt aber auch das unterschiedliche Einkommen eine große Rolle. Dieser Unterschied wird als Gender Pay Gap bezeichnet und liegt in Deutschland bei 17,1 Prozent. Das bedeutet, dass für jeden Euro, denn ein Mann verdient, eine Frau nur 83 Cent erhält.

Bei Gleichberechtigung ist Deutschland noch Entwicklungsland

Die Zahlen für Deutschland sind insgesamt beunruhigend. Die Autoren der OECD-Studien warnen, dass Deutschland das Potential der Frauen nicht ausschöpft. Im Gegenteil, dieses Potential wird durch geringe Bezahlung und schlechtere Job verschwendet. So beträgt der Anteil der Hochschulabsolventinnen in Deutschland zwar 50 Prozent, der Anteil in Führungspositionen liegt aber nur bei 27 Prozent. Insgesamt müsse auch das Angebot für Kinderbetreuung ausgebaut werden – speziell auch für Männer. Laut OECD ist die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern nicht nur ein wichtiges Menschenrecht, sondern auch der Schlüssel für eine prosperierende Wirtschaft – und das beeinflusst zum Schluss auch die Gleichstellung der Rentnerinnen.

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