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Weniger Gehalt – Frauen sind doppelt im Nachteil

Nach wie vor werden Berufe, in denen vermehrt Frauen arbeiten, schlechter bezahlt als die Berufe, in denen überwiegend Männer anzutreffen sind. Das beeinflusst nicht nur die finanzielle Situation der Frauen im Hier und Jetzt, sondern benachteiligt sie auch später, wenn sie im Ruhestand sind.

Weniger Gehalt, weniger Rente – so in etwa könnte man das Problem zusammenfassen. Hinzu kommt noch, dass auch für die private Altersvorsorge und betriebliche Altersversorgung jeden Monat weniger Geld zur Verfügung steht – und auch das rächt sich dann wieder im Alter. Experten warnen immer wieder, dass die gesetzliche Rente für Viele nicht reichen wird, um den gewohnten Lebensstandard im Alter halten zu können. Sie mahnen daher nachdrücklich, selbst aktiv zu werden und zusätzlich fürs Alters zu sparen.

Gender Pay Gap

Experten nennen die unterschiedliche Einkommenslage zwischen Männern und Frauen Gender Pay Gap. Das Phänomen ist längst bekannt, wurde bisher aber nicht wirklich behoben. Vielmehr ist es ein globales Problem, das sogar immer größer wird. Weltweit verdienten 2003 Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger als Männer, 2018 liegt das Bruttogeldvermögen von Frauen bereits 38 Prozent hinter dem ihrer männlichen Kollegen – so das Ergebnis einer Berechnung der Onlinebank Comdirect und Barkow Consulting.

Frauenberufe stärken

In gleicher Position verdient eine Frau nach wie vor meistens weniger als ein Mann. Doch das allein erklärt nicht die großen Unterschiede. Insgesamt arbeiten Frauen oft in Berufen, die per se schlecht bezahlt werden, etwa Pflegeberufe. Männer hingegen sind vermehrt in der Industrie zu finden. Hinzu kommt, dass Frauen sehr viel öfter in Teilzeit arbeiten als Männer, um etwa Familie und Beruf unter einen Hut bringen zu können. An dieser Stelle ist die Politik gefragt, sich noch stärker zu engagieren und Frauen endlich gleichzustellen.

Anlageverhalten überdenken

Es gibt einen weiteren Aspekt, der für die schlechtere finanzielle Situation von Frauen im Vergleich zu Männern verantwortlich ist. Das Anlegeverhalten von Frauen ist sehr konservativ. Das führt dazu, dass sie wenig Rendite erwirtschaften, gerade auch in der anhaltenden Niedrigzinsphase. Männer hingegen sind oft risikofreudiger und werden dafür mit höheren Renditen belohnt.

Frauen bekommen deutlich weniger Rente

Neben den genannten Gründen kommt schließlich noch hinzu, dass Frauen für die Kindererziehung sehr oft Pausen im Berufsleben einlegen, das können gut und gerne mehrere Jahre sein. Dadurch erwerben sie natürlich deutlich weniger Rentenansprüche. Momentan erhält ein Rentner im Schnitt 1.172 Euro Rente während eine Rentnerin im Schnitt nur 685 Euro ausgezahlt bekommt. Das ist ein Unterschied von 42 Prozent.

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