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Wissen ist Altersvorsorge

Das Sprichwort „Wissen ist Macht“ wird immer wieder bestätigt und gilt unvermindert auch in der Altersvorsorge. Denn wer über die zu erwartende Rente informiert ist, der entscheidet sich eher, zusätzlich selbst vorzusorgen und eine eigene Altersvorsorge abzuschließen. Wer dies nicht tut, dem droht im Alter vielleicht, dass er den gewohnten Lebensstandard nicht halten kann. Wissen bringt also Altersvorsorge und damit einen unbeschwerten Ruhestand…

Der Wunsch nach mehr Transparenz in der Altersvorsorge ist nicht neu. Immer wieder wird gefordert, dass es eine einheitliche Übersicht gibt, die leicht verständlich aufzeigt, wie viel Geld dem Einzelnen im Ruhestand zur Verfügung steht. Dabei sollen natürlich alle drei Säulen der Altersvorsorge – die gesetzliche Rente, die private Altersvorsorge und die betriebliche Altersversorgung – nebeneinander abgebildet werden. Im Koalitionsvertrag ist eine entsprechende säulenübergreifende Darstellung der Rentenansprüche auch bereits verankert. Doch ist dies wirklich die Lösung? Eine Untersuchung sollte klären, ob die geforderte Transparenz tatsächlich eine Motivation für mehr Eigenregie in der Altersversorgung nach sich zieht.

Die Untersuchung

Um die Auswirkung von mehr Transparenz zu testen, haben die Frankfurter Goethe-Universität und das Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik zusammen mit der Deutschen Bank und der Commerzbank einen Fragebogen an 20.000 Kunden verschickt. Den Testpersonen wurden verschiedene bürokratische und organisatorische Steine in den Weg gelegt. Die Bankkunden wussten, dass sie an einem Experiment mit dem Ziel, mehr Transparenz in ihrer Altersvorsorge zu erhalten, teilnahmen. Von den 20.000 Kunden füllten immerhin 14.267 Personen den Fragebogen vollständig aus, das Interesse an mehr Transparenz ist also vorhanden. Danach sollten die Teilnehmer sich registrieren und weitere persönliche Daten angeben. Diesen Schritt gingen dann nur noch 7.046 Teilnehmer. Die letzte Hürde war die Bereitstellung der persönlichen Rentendaten per Handyfoto, Online-Upload oder per Post. Nur noch 1.061 Personen nahmen diese Hürde.

Das Ergebnis

Von den ursprünglich 20.000 Teilnehmern des Experimentes sind gerade mal 1.061 Personen übrig geblieben, die alle geforderten Anforderungen erfüllt haben. Der Wegfall dieser Hürden etwa durch eine säulenübergreifende, digitale Renteninformation, so die Studienautoren, würde einen positiven Effekt haben, denn das Interesse an der Altersvorsorge sei in der Bevölkerung vorhanden. Mit Hilfe der geforderten digitalen Übersicht würden mehr Deutsche von der Transparenz der Rentenbezüge profitieren und sich dann selbst um eine zusätzliche Altersvorsorge kümmern. Im Experiment war dies jedenfalls so und die 1.061 Personen aus dem Experiment waren statistisch aussagekräftig.

Die digitale Rentenübersicht

In einem zweiten Fragebogen konnte bestätigt werden, dass eine digitale Rentenübersicht sehr willkommen ist. Für das Experiment wurde das sogenannte „Rentencockpit“ genutzt, eine vorläufige Version eines Fintech-Unternehmens. Durch das Rentencockpit fühlten sich die Studienteilnehmer gut informiert (61 Prozent) und fanden es hilfreich für die weitere Planung ihrer Altersvorsorge (64 Prozent). Die Zahlen sind insgesamt vielversprechend. Nun ist wieder die Politik an der Reihe.

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